Jozani Forest
Der Jozani Forest wurde 1964 als Schutzgebiet einrichtet und 2004 zum Nationalpark erhoben. Der Park erstreckt sich über eine Größe von 5000 Hektar bis zur Küste hin. Derzeit gibt es Überlegungen der UNESCO, ihn zum Weltkulturerbe zu ernennen.
Jozani ist das letzte verbliebene Waldgebiet Sansibars und die Heimat einiger nur hier vorkommender Arten. Die Habitate reichen vom Regenwald über Salzsumpf, Grasland, Mangroven und Buschland. 100 Vogelarten sind hier zu finden, manche machen Rast auf ihrer Wanderung andere leben hier dauerhaft und kommen nur auf Sansibar vor.
Bis zur Erhebung zum Nationalpark diente der Wald der einheimischen Bevölkerung als Ressource für Baumaterial, Feuerholz und als Lieferant medizinischer Kräuter. So können die Blätter der Schwarzen Palme zermahlen als Mittel gegen den Grauen Star dienen. Die Borke und die Blätter des Mangobaumes werden gekocht und gegen Zahnschmerzen eingesetzt.
Tropische Fische huschen durch die Wurzeln der Mangroven und die Korallen in der Chwaka Bucht. Amphibien und Reptilien gleiten durch den Sumpf und Grüne Mambas und Kobras winden sich um die Äste. Nachts durchstreifen Mungos und Zibetkatzen auf ihren Beutezügen nach Reptilien und Schlangen den Wald.
Jozani und die umliegenden Gemeinden
Das Park Management arbeitet eng mit den lokalen Gemeinden zusammen, um den Wald und die Region zu erhalten. Kampagnen zum Umweltschutz haben dazu beigetragen, dass die Konflikte zwischen den Rangern und der ansässigern Bevölkerung abgenommen haben. Ein Teil der Einnahmen, die durch den Parkeintritt erzielt werden, fließt in die Entwicklung der Gemeinden. So werden beispielsweise Projekte gefördert, die für die Ansässigen eine Einkommensgrundlage bilden.
Der Sansibar Leopard
In früheren Zeiten hatte Sansibar eine blühende Leoparden Population, obgleich sie während Regentschaft des Präsidenten Khurmi von der Ausrottung bedroht waren. Traditionell wurden Leoparden mit Voodoo Medizinmännern in Verbindung gebracht. Das Erlegen eines Leoparden wurde mit starken magischen Kräften assoziiert. Manche Medizinmänner hielten sich gezähmte Leoparden und nutzten die Tiere als Waffe gegen andere Menschen und Tiere.
Unter Khurmi wurde jeder, der sich einen Leoparden hielt, zu einer Haftstrafe verurteilt und das Tier getötet. Seit dieser Zeit sind Leoparden auf der Insel nicht mehr gesichtet worden. Trotzdem behaupten einige Inselbewohner, Leoparden gesehen zu haben. Falls es wirklich noch Tiere auf Sansibar geben sollte, ist die Population äußerst klein.
MANGROVEN
Mangroven gedeihen in tropischem und subtropischem Klima. Im Jozani Forest wachsen unterschiedliche Arten von ihnen. Um Nährstoffe aus dem Boden und dem Wasser zu gewinnen, wird das überschüssige Salz durch einen Filterprozess in den gelben Blättern dieser Bäume gespeichert.
Durch ein weites Wurzelgeflecht verhindern Mangroven die Erosion der Küste und bieten zugleich einigen Tieren Unterschlupf. Die Menschen nutzen das Holz zum Feuern oder als Baumaterial für Boote und Häuser. Da das Mangrovenholz Hartholz ist, eignet es sich auch hervorragend für den Möbelbau.
ROTE STUMMELAFFEN
In Afrika leben neun Arten von Stummelaffen. Der Sansibar-Stummelaffe kommt jedoch nur auf der Insel vor und ist das Ergebnis einer mindestens 10.000jährigen isolierten Evolution. Ihre soziale Struktur und ihr Verhalten unterscheiden sich von den Artgenossen auf dem Festland.
Die Tiere werden im Englischen „Colobus Monkey“ genannt, wobei sich Colobus aus dem Griechischen ableitet, was „verstümmelt“ bedeutet. Diese Namensgebung ist auf den fehlenden Daumen der Tiere zurückzuführen.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den Artgenossen auf dem Festland sind die fehlenden Backentaschen.
Ihre leichte Knochenstruktur befähigt sie, behände durch die Äste der Bäume zu springen und der Kontrast ihrer hellen Bauchpartie und ihres dunklen Rückens dient ihnen als Tarnung.
Die Affen ernähren sich von jungen Blättern, Baurinde und unreifen Früchten.
Ihre Lebenserwartung beträgt rund 20 Jahre und im Alter von 4 Jahren erreichen sie ihre Geschlechtsreife. Die Tragzeit der Weibchen beträgt sechs Monate.
Die Äffchen leben in hierarchisch strukturierten Gruppen von 40 bis 60 Tieren. Ihre Gesamtzahl im Jozani Forest wird auf rund 2500 Tiere geschätzt. Zibetkatzen, Pythons und verwilderte Hunde verhindern eine übermäßige Zunahme ihres Bestandes.
Sie haben Fragen?
Bei Rückfragen zu diesem Programm rufen Sie uns bitte an:
0611 / 18249-0
oder fordern Sie per Email weitere Informationen an.










