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Stone Town

 

Stonetown ist eine Mischung unterschiedlichster Kulturen, Sprachen und architektonischer Stile.

Im Jahre 2001 wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Über die Jahrhunderte hindurch ist Stonetown von einem kleinen Fischerdorf auf einer Landzunge der Westküste Ungujas zu einer blühenden Stadt herangewachsen, die auf eine außergewöhnliche Geschichte zurückblicken kann.

 

Bereits seit dem Jahr 150 v. Chr. trieben Seefahrer aus Arabien, Persien und Asien Handel mit den dort ansässigen Bantu. Diese Handelsfahrer nannten die Insel Zinj el Barr - das Land der schwarzen Menschen, was später zu Sansibar wurde.

Kolonialherren kamen und gingen. Im 15. Jahrhundert gründeten die Portugiesen eine kleine Siedlung, die im Laufe ihrer Entwicklung zu Stonetown heranwuchs. Ihnen folgten die Araber und mit deren Ankunft begann der Handel mit Sklaven, Gewürzen und Elfenbein. Zu jener Zeit wurde Sansibar vornehmlich moslemisch. Nelken und  Kokosnüsse wurden angebaut und exportiert. Der arabische Einfluss verstärkte sich, als Seyyid Said bin Sultan Sansibar zum Hauptsitz der Omani Araber erhob.

Im Jahre 1890 wurde die Insel britisches Protektorat. Im 20. Jahrhundert wurde Sansibar unabhängig und vereinigte sich mit der Republik Tanganyika, um den Staat Tansania zu bilden.

Wenn Sie Stonetown durchstreifen, können Sie die verschiedenen kolonialen Einflüsse an den Gebäuden und in den Gesichtern seiner Einwohner entdecken. So finden Sie zum Beispiel imposante Türen, die mit Messingbeschlägen verstärkt sind, um so angreifende Elefanten abzuwehren.

Hinter den Geschäftsfronten indischer Häuser befindet sich oft ein Innenhof und handwerklich geschickt verzierte Balkone.  Weiß getünchte Wände, flache Terrassen und kleine Fenster sind wiederum das Charakteristikum arabischer Häuser. Die kleinen Fenster dienten zum Schutz der Frauen, um sie vor allzu neugierigen Blicken fremder Männer zu schützen. In früherer Zeit existierten für die Frauen Fußgängerwege, die über die Dächer der Stadt hinweg führten. Die gibt es heute allerdings nicht mehr. Da die Frauen sich heute auf der Straße bewegen, tragen viele noch einen Schleier. Die Männer sitzen auf den Barazas, einer Art Terrasse, trinken Tee, spielen oder unterhalten sich einfach. Ganz so, wie es schon vor Jahrhunderten Sitte war.

 

House of Wonders

Beit-al-Ajaib, das Haus der Wunder, wurde im Jahre 1883 von Sattid Barghash als Zeremonienbau errichtet. Es war das erste Gebäude Sansibars mit elektrischem Licht und das erste in ganz Ostafrika mit einem Aufzug – daher auch die Bezeichnung „Haus der Wunder“.

 

Nach dem Tode von Sayyid Hamed 1896 riss sein Sohn Seyyid Khalid, ermutigt von den Deutschen, den Thron an sich und ernannte sich zum Sultan. Ein britisches Ultimatum, den Thron an seinen Bruder zu übergeben, lehnte er ab. Nachdem das Ultimatum ergebnislos verstrichen war, eröffneten britische Kanonenbote vom Hafen aus das Feuer. Der Angriff dauerte gerade einmal 45 Minuten – der kürzeste Krieg in der Geschichte. Die Schäden, die dadurch entstanden, waren groß.

Nach der Jahrhundertwende wurde das Gebäude von den Briten bis zur Revolution 1964 als Verwaltungssitz genutzt.

Heute beherbergt es, nach einer wechselvollen Geschichte, ein Museum für Sansibars Kultur und Geschichte.

 

Das Portugiesische Fort

Da die Araber Vergeltungsmaßnahmen für die Vertreibung der Portugiesen befürchteten, errichteten Sie ein Fort aus Korallenstein und Kalk auf dem Gelände einer zerstörten Kirche des 18. Jahrhunderts. Es sollte der königlichen Familie und der Insel Schutz bieten.

Ein Rachefeldzug der Portugiesen fand nie statt aber das Fort spielte eine Rolle in den Scharmützeln gegen die El Mzrui Araber und in anderen Auseinandersetzungen. Hier fanden auch bis 1890 öffentliche Hinrichtungen statt.

Im Laufe seiner Geschichte wurde das Gebäude häufig zweckentfremdet. Mal diente es als Reparaturhalle für Lokomotiven, mal als Gefängnis und später als Sitz der Pfadfinder Mädchen, deren Emblem heute noch über dem Eingang hängt.

Heute finden sich hier zahlreiche Kunst- und Handwerksstände, eine Bar und ein Restaurant. An den Wochenenden finden Taarab-Vorführungen statt. Taarab ist eine Mischung aus afrikanischen, arabischen und indischen Musikelementen, die auf Sansibar entwickelt wurde. Während des Busara Musik Festivals und dem ZIFF (Zanzibar International Music Festival) finden hier regelmäßig Musik- und Filmvorführungen statt.  

 

Anglikanischer Dom und Sklavenmarkt

In den Tagen der Sklaverei wurden hunderte von Sklaven, hungernd und zusammen gekettet, jeden Tag öffentlich vorgeführt. Um den Verkaufserlös zu steigern, wurden Frauen mit Henna verziert und mit Stoff verhüllt. Zur Demonstration ihrer Stärke und Zähigkeit wurden die Männer geschlagen.

Auf das Drängen von David Livingstone, der die Britische Regierung wachrüttelte, wurde die Sklaverei abgeschafft. Die britische Verwaltung kaufte das Grundstück und Bischof Edward Steer war die treibende Kraft hinter der Errichtung einer Kathedrale. Noch vor ihrer Fertigstellung im Jahre 1880 wurde am 1. Weihnachtstag 1877 die erste Messe unter freiem Himmel gehalten. Der Bischof fand hinter dem Altar seine letzte Ruhestätte und auch David Livingstone wurde Anerkennung gezollt. Das Kreuz ist aus dem Baum aus Sambia geschnitzt, wo sein Herz beigesetzt wurde.

 

 

Heute ist Stontown mit rund 205.000 Einwohnern das wichtigste Handelszentrum und die größte Gemeinde der Insel Unguja. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ergriffen, um den historischen Teil der Stadt zu erhalten

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